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In einer bemerkenswert schnellen Kurskorrektur hat Kickstarter seine erst kürzlich eingeführten, detaillierten Richtlinien für „Mature Content“ wieder zurückgenommen. Die Plattform kehrt zu ihren früheren, weniger restriktiven Regeln zurück, die Projekte mit adult-orientiertem Inhalt weiterhin ermöglichen – solange sie keine Pornografie oder illegale Inhalte darstellen.
Am 19. Mai 2026 veröffentlichte Sean Leow, Chief Operating Officer von Kickstarter, einen Blogbeitrag mit dem Titel „An Apology: Rethinking Our Mature Content Guidelines“. Darin räumt das Unternehmen offen ein, dass die vor einer Woche veröffentlichten neuen Richtlinien nicht den gewünschten Effekt erzielt haben.
„Last week, we released a set of updates to our rules around mature content. It was our first time publishing a set of detailed, specific guidelines for adult-oriented content on Kickstarter. And honestly? We botched it.“
Leow erklärt, dass die neuen Regeln vor allem durch die Anforderungen des Zahlungsdienstleisters Stripe motiviert waren. Stripe unterliegt eigenen Compliance-Vorgaben, die wiederum von Banken und Finanzinstitutionen beeinflusst werden. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Suspendierungen bereits genehmigter Kampagnen durch Stripe – ein Umstand, der für Creator existenzbedrohende Folgen haben kann.
Das Ziel der neuen Richtlinien war mehr Klarheit und Planungssicherheit. Tatsächlich führten sie jedoch zu Verunsicherung und der Sorge, Kickstarter distanziere sich von bestimmten Formen kreativer Arbeit. Leow schreibt dazu:
„The decision we made wasn’t the right one, and in an attempt to create rules that could work across both Kickstarter and Stripe, we rolled out something that was too restrictive and too far removed from what we actually believe.“
Rückkehr zu den bisherigen Richtlinien
Als Konsequenz entfernt Kickstarter die neuen detaillierten Vorgaben und kehrt zu den früheren Regeln zurück. Diese verbieten explizit Pornografie und illegale Inhalte, lassen aber einen deutlich größeren Spielraum für erotische, sinnliche oder adult-thematische Projekte – etwa Erotik-Literatur, NSFW-Kunst, sinnliche Fotobände oder entsprechende Merchandise-Kampagnen.
Leow betont gleichzeitig die weiter bestehenden Herausforderungen:
„This isn’t the easiest route. It means that at any point […] Stripe can still suspend a campaign that Kickstarter has approved.“
Die Plattform kündigt an, weiterhin für genehmigte Projekte bei Stripe zu intervenieren und hat ergänzende Hilfestellungen veröffentlicht, um Creator bei der Vermeidung von Problemen zu unterstützen.
Bedeutung für die Adult-Branche
Für Creator im Adult-Bereich bedeutet diese Revision eine spürbare Entlastung. Nach der anfänglichen Verunsicherung durch die neuen Richtlinien ist nun wieder mehr Planungssicherheit gegeben. Dennoch bleibt das grundsätzliche Spannungsfeld zwischen Plattform-Politik und den strikteren Vorgaben der Zahlungsabwickler bestehen.
Kickstarter positioniert sich mit dieser Entscheidung erneut als Plattform, die kreative Freiheit und „boundary-pushing“ Arbeit unterstützt – auch wenn die Abhängigkeit von externen Zahlungsdienstleistern Grenzen setzt. Die rasche Reaktion auf das Feedback der Community zeigt, dass die Stimmen der Creator gehört wurden.
Für alle Beteiligten im Online-Erotik-Bereich gilt weiterhin: Eine sorgfältige Präsentation der Projekte und Kenntnis der Stripe-Richtlinien bleiben essenziell. Die aktuelle Entwicklung gibt jedoch Grund zur Zuversicht, dass Kickstarter den Raum für adult-orientierte Crowdfunding-Kampagnen aktiv erhalten möchte.
Mehr Infos:
https://updates.kickstarter.com/an-apology-rethinking-our-mature-content-guidelines

