Wero zur Abrechnung von Adult Content: CASZIN zeigt, wie es geht

Wero Abrechnung Adult Content

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Bisher hieß es in der Payment-Branche meist, dass sich Wero nicht für die Abrechnung von Adult Content einsetzen lasse. Die bisherigen Bedingungen wurden vielfach so interpretiert, dass praktsch alle Adult Inhalte grundsätzlich von der Abrechnung ausgeschlossen seien. Für Betreiber von Erotikseiten bedeutete das: Fotos, Videos, Live-Cam-Angebote und digitale Abonnements konnten über Wero nicht oder nur sehr schwer abgewickelt werden.

CASZIN zeigt eine neue Möglichkeit

Nach Informationen von CASZIN eröffnet sich seit Juli 2026 jedoch eine neue Option. Der niederländische Payment Service Provider PAY. soll inzwischen eine entsprechende Zertifizierung erhalten haben und die Abrechnung von Adult Content über Wero ermöglichen. Das Angebot soll sowohl für einzelne Inhalte als auch für wiederkehrende Zahlungen und Abomodelle infrage kommen.

Wichtig: Die konkrete Freigabe muss vor Vertragsabschluss direkt mit PAY. bestätigt werden. Die öffentlich auffindbaren Informationen von PAY. belegen zwar die Wero-Anbindung und die Unterstützung von Einmal- sowie wiederkehrenden Zahlungen, die von CASZIN genannten AGB-Passagen zu MCC 5967, MCC 5968 und „Adult Content“ konnten öffentlich nicht eindeutig verifiziert werden.

Was ist Wero überhaupt?

Wero ist ein europäisches Bezahlsystem der European Payments Initiative, kurz EPI. Es basiert auf unmittelbaren Konto-zu-Konto-Zahlungen und wird über die Banking-App oder eine Wero-fähige Anwendung des Kunden ausgelöst. Der Kunde wählt Wero im Checkout, bestätigt die Zahlung in seiner Bank-App und der Betrag wird direkt vom Konto des Kunden auf das Händlerkonto überwiesen.

Wero ist damit kein klassisches Kreditkartenverfahren und auch keine eigenständige Kryptowährung. Es handelt sich um ein europäisches digitales Bezahlsystem, das eine einheitliche Alternative zu internationalen Wallets und Kartennetzwerken schaffen soll.

Wero wächst in Europa deutlich

In Frankreich ist Wero bereits vergleichsweise weit verbreitet. EPI meldete für die Märkte Belgien, Frankreich und Deutschland bereits eine Nutzerbasis von mehr als 50 Millionen Menschen. In Deutschland befindet sich die Nutzung noch im Aufbau, soll aber bis Ende 2026 deutlich zunehmen. Sparkassen, Volksbanken und weitere große Banken treiben die Einführung im Onlinehandel voran. [1]

In den Niederlanden übernimmt Wero schrittweise die Rolle des bisherigen Systems iDEAL. Die Migration soll ab 2026 beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Für niederländische Verbraucher bleibt der Bezahlvorgang dabei weitgehend vertraut: Sie zahlen weiterhin über ihre eigene Banking-App, während im Hintergrund die neue Wero-Infrastruktur eingesetzt wird. [2]

Warum Wero für Erotikangebote interessant ist

Für Anbieter von Fotos, Videos, Cam-Shows oder anderen digitalen Adult-Angeboten ist Wero vor allem wegen der unmittelbaren Zahlungsbestätigung interessant. Die Zahlung wird direkt über das Bankkonto des Kunden autorisiert. Dadurch kann der Zugriff auf den gekauften Inhalt oder die gebuchte Live-Session meist unmittelbar freigeschaltet werden.

Auch für internationale Anbieter kann Wero interessant sein, weil ein einheitliches europäisches Verfahren verschiedene nationale Zahlungslösungen ergänzen oder perspektivisch ersetzen soll. Für die Praxis bleiben allerdings Fragen zu Rückerstattungen, Käuferschutz, Altersprüfung, Datenschutz und Chargebacks entscheidend.

Ohne PSP funktioniert die Abrechnung nicht

Ein Anbieter von Onlineinhalten kann Wero in der Regel nicht einfach selbst in seine Website einbauen. Er benötigt einen Payment Service Provider, kurz PSP. Ein PSP stellt die technische und vertragliche Infrastruktur für Onlinezahlungen bereit. Dazu gehören unter anderem die Zahlungsanbindung, Transaktionsverarbeitung, Auszahlungen, Betrugsprävention, Rückerstattungen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Der Anbieter muss mit dem PSP einen Vertrag schließen und dabei sein Geschäftsmodell vollständig offenlegen. Besonders wichtig sind die Art der Inhalte, die Länder der Kunden, die Preisstruktur, die geplante Nutzung von Abos sowie die Verfahren zur Alterskontrolle und zur Bearbeitung von Beschwerden.

Viele bekannte PSPs schließen Adult Content aus

Zahlreiche PSPs und Payment-Plattformen bieten Wero bereits an oder bereiten die Integration vor. Dazu zählen beispielsweise Mollie, Adyen, Buckaroo, MultiSafepay, PPRO, CM.com und PAY. [3] Bei vielen dieser Anbieter gelten jedoch weiterhin Einschränkungen für pornografische Inhalte, Live-Cam-Angebote oder sexuelle Dienstleistungen.

Die bloße technische Unterstützung von Wero bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Erotikunternehmen zugelassen wird. Entscheidend ist immer die individuelle Risikoprüfung und die konkrete Händlervereinbarung.

PAY. soll Adult Content ausdrücklich zulassen

Nach den CASZIN vorliegenden Informationen ist PAY. der erste gefundene PSP, der Adult Content im Zusammenhang mit Wero ausdrücklich akzeptieren soll. Genannt werden dabei sowohl Einmalzahlungen als auch wiederkehrende Zahlungen für Abonnements.

In den von CASZIN geprüften Unterlagen soll für Adult-Angebote die Klassifizierung MCC 5967 vorgesehen sein. Nach dieser Darstellung werden darüber auch High-Risk-Zahlungen akzeptiert. Für wiederkehrende Zahlungen soll MCC 5968 verwendet werden. Außerdem soll „Adult Content“ ausdrücklich als zulässige Kategorie genannt werden.

Diese Angaben sind für die Branche besonders relevant, weil viele Anbieter zwar digitale Inhalte akzeptieren, Adult Content oder wiederkehrende Zahlungen aber aus ihren Bedingungen ausschließen. Die behauptete Freigabe durch PAY. soll erst im Juli 2026 neu zertifiziert worden sein. Vor einer Veröffentlichung oder technischen Integration sollten Händler sich die aktuelle Vertragsfassung und die konkrete Freigabe jedoch schriftlich von PAY. bestätigen lassen.

Welche Unterlagen verlangt PAY.?

Wer mit PAY. arbeiten möchte, sollte zunächst eine Anfrage an den Vertrieb stellen und das Geschäftsmodell präzise beschreiben. Dazu gehören insbesondere:

  • Firmenname, Rechtsform und Handelsregisterauszug
  • Anschrift und Kontaktdaten des Unternehmens
  • Identitätsnachweise der Geschäftsführer
  • Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten, den sogenannten UBOs
  • Bankverbindung für Auszahlungen
  • Beschreibung der Website und der angebotenen Inhalte
  • Beispielseiten oder ein Testzugang zum Angebot
  • Preisübersicht und geplante Zahlungsmodelle
  • Angaben zu Einmalzahlungen, Credits und Abonnements
  • Informationen zu Altersprüfung und Jugendschutz
  • Datenschutzbestimmungen und Impressum
  • Widerrufs-, Kündigungs- und Erstattungsregelungen
  • Angaben zu erwarteten Umsätzen, Ländern und Transaktionsvolumen
  • Nachweise über Rechte an den angebotenen Inhalten

Zusätzlich kann PAY. weitere Unterlagen zur Geldwäscheprävention, zum Risikomanagement, zu Moderationsprozessen und zum Umgang mit Chargebacks verlangen. Eine Freigabe für normale E-Commerce-Zahlungen ist nicht automatisch eine Freigabe für Adult Content.

Kontakt zu PAY.

Die Website von PAY. ist unter https://www.pay.nl/en erreichbar. Für Vertriebsanfragen nennt PAY. die E-Mail-Adresse sales@pay.nl und die Telefonnummer +31 (0) 88 88 666 66. Für technische Fragen steht support@pay.nl beziehungsweise +31 (0) 88 88 666 22 zur Verfügung. [4]

Anbieter sollten in ihrer Anfrage ausdrücklich erwähnen, dass sie Wero für Adult Content einsetzen möchten. Außerdem sollte konkret nach der Zulassung von Einmalzahlungen, Credits, Live-Cam-Abrechnung und wiederkehrenden Abonnements gefragt werden.

Ist Wero das europäische PayPal?

Ob Wero das „europäische PayPal“ wird, lässt sich heute noch nicht abschließend sagen. Wero hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: Es wird von europäischen Banken getragen und ist auf unmittelbare Konto-zu-Konto-Zahlungen ausgerichtet. Durch die schrittweise Integration in bestehende Banking-Apps kann Wero eine große Reichweite erreichen, ohne dass Verbraucher zwingend ein zusätzliches Wallet-Konto anlegen müssen.

Ein direkter Vergleich mit PayPal ist trotzdem nur eingeschränkt möglich. Entgegen einer häufigen Darstellung ist PayPal für viele Formen von pornografischem oder sexuell orientiertem Digital Content nicht allgemein freigegeben. Die Zulässigkeit hängt von der konkreten Leistung, dem Land, dem Vertrag und der jeweils geltenden PayPal-Richtlinie ab. Anbieter sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass PayPal Adult Content pauschal akzeptiert.

Sind Wero-Zahlungen günstiger?

Wero kann aufgrund der direkten Konto-zu-Konto-Struktur grundsätzlich kosteneffizienter sein als kartenbasierte Zahlungen. Ob die Gebühren bei PAY. tatsächlich niedriger ausfallen, lässt sich derzeit jedoch nicht allgemein beantworten. PAY. veröffentlicht für Wero keine einheitliche, öffentlich ersichtliche Preisliste speziell für Adult-Händler.

Bei Adult Content können wegen des erhöhten Risikos zusätzliche Kosten entstehen. Dazu zählen beispielsweise individuelle Transaktionsentgelte, monatliche Gebühren, Rücklagen, Prüfkosten, Gebühren für Rücklastschriften oder Aufschläge für wiederkehrende Zahlungen. Entscheidend ist deshalb das konkrete Angebot von PAY. und nicht allein die technische Eigenschaft von Wero.

Was Anbieter jetzt prüfen sollten

Betreiber von Erotikseiten sollten zunächst klären, ob PAY. ihr konkretes Geschäftsmodell akzeptiert. Dabei müssen insbesondere Inhalte mit Darstellern, Live-Cam-Angebote, nutzergenerierte Inhalte, erotische Chats, Credits und Abonnements einzeln beschrieben werden. Ebenso wichtig sind die Anforderungen an Altersverifikation, Einwilligungsnachweise, Moderation und den Schutz vor nicht einvernehmlich verbreiteten Inhalten.

Erst danach sollte die technische Integration beginnen. Für die meisten Anbieter dürfte es sinnvoll sein, Wero zunächst als zusätzliche Zahlungsart neben Karten, Banküberweisung oder anderen spezialisierten Adult-Payment-Lösungen anzubieten.

Fazit: Frühzeitig Gespräche beginnen

Wero ist in Deutschland noch nicht überall etabliert. Die Verbreitung wird jedoch von Banken und Zahlungsdienstleistern stark vorangetrieben. In Frankreich besitzt das System bereits eine große Nutzerbasis, während in den Niederlanden die Migration von iDEAL zu Wero zusätzliche Reichweite schafft.

Sollte PAY. die Abrechnung von Adult Content tatsächlich dauerhaft und ausdrücklich ermöglichen, wäre das für die Branche ein wichtiger Schritt. Anbieter sollten deshalb nicht zu lange warten, sondern frühzeitig die Zulassung, Gebühren, Reserven und technischen Voraussetzungen prüfen. Vertragsverhandlungen, Compliance-Prüfung und Integration benötigen Zeit – insbesondere bei einem Geschäftsmodell, das von vielen Zahlungsdienstleistern weiterhin als risikoreich eingestuft wird.

Hinweis: Die genannten MCC- und Zertifizierungsangaben sollten vor einer geschäftlichen Entscheidung direkt bei PAY. anhand der aktuellen AGB und des individuellen Händlervertrags bestätigt werden. Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Zahlungsberatung dar.

Quellen

[1] EPI Company — Mobile payments in Germany: Usage is growing strongly (2026-01-12) — https://epicompany.eu/media-insights/mobile-payments-in-germany-epi-barometer
[2] EPI Company — Successful first phase marks major next steps in iDEAL to Wero migration (2026-07-16) — https://epicompany.eu/media-insights/successful-first-phase-marks-major-next-steps-in-ideal-to-wero-migration
[3] EPI Company — Wero merchant and payment provider ecosystem (2026) — https://sowieso.wero-wallet.eu/nl-en/merchant
[4] PAY. — Contact us (2026) — https://www.pay.nl/en/contact-11

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