Neue Studie: Livestreaming hat Zukunft

Frau in Dessous vor der Webcam

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Camming als Safe Harbor: Warum Live-Streaming in unsicheren Zeiten gewinnt

Eine exklusive Auswertung der „State of the Creator“-Studie von SWR Data zeigt: Cammers sind optimistischer, stabiler und resilienter als der Rest der Branche.

Während viele Creator auf Fan-Plattformen wie OnlyFans mit sinkenden Einnahmen, wachsender Konkurrenz und zunehmender Zensur kämpfen, zeichnet sich eine Gruppe durch auffälligen Optimismus aus: die Cammers. Die aktuelle Analyse von SWR Data (Herbst 2025, über 550 anonyme Creator) liefert klare Daten: Wer Live-Streaming als zentralen Bestandteil seines Business betreibt, ist deutlich besser gegen die aktuellen Branchenrisiken gewappnet.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

  • Rund 40 % aller befragten Creator nutzen Live-Streaming in irgendeiner Form.
  • Etwa 15 % (1 von 6) machen Camming zur Haupteinnahmequelle (dedicated Cammers).
  • Fast die Hälfte der Cammers (48 %) gibt an, dass Geld verdienen leichter oder gleich geblieben ist – bei Fan-Site-Creatorn sind es nur 30 %.
  • 66 % der Cammers berichten von stabilen oder steigenden Einnahmen.

Besonders bemerkenswert: Cammers leiden signifikant weniger unter Social-Media-Zensur, Content-Removals, Age-Verification-Gesetzen, Piraterie und Banking-Problemen. Der Grund ist so simpel wie wirkungsvoll: starker interner Traffic der großen Cam-Plattformen.

Während viele Creator permanent auf Instagram, X oder TikTok unterwegs sein müssen, um neue Fans zu gewinnen, kommen bei Cammers die meisten neuen Zuschauer über Cam-Site-Appearances (46 %) und interne Promotion (21 %). Fast ein Drittel der dedizierten Cammers nennt sogar keine Social-Media-Plattform als wirklich wichtig für ihr Einkommen.

Part-Time-Streamer sind die echten Gewinner

Die höchsten Durchschnittseinnahmen erzielen nicht die Full-Time-Cammers und auch nicht die reinen Fan-Creator – sondern jene, die beides kombinieren. Part-Time-Streamer profitieren von Diversifikation und den Vorteilen beider Modelle. Sie bauen ein breiteres Portfolio auf (Fan-Content, Clips, Sexting, Phone-Sex) und nutzen gleichzeitig die stabilen Traffic-Quellen der Cam-Plattformen.

Demografisch sind dedizierte Cammers tendenziell jünger, häufiger weiß und cis-weiblich. Viele Neueinsteigerinnen beginnen mit Camming und diversifizieren später – eine Strategie, die sich laut den Daten auszahlt.

Herausforderungen und konkrete Handlungsempfehlungen

Der größte Pain-Point für Cammers bleibt der Zeitaufwand. Einnahmen sind stark live-abhängig und schwer zu skalieren. Viele wünschen sich mehr Möglichkeiten für passive Einnahmen – z. B. bessere Integration von Clips, Fan-Content-Verkauf oder Replay-Features während Offline-Zeiten.

Für Cam-Plattformen ergeben sich klare To-dos aus der Studie:

  • Mehr Tools für passive Monetarisierung
  • Bessere Interoperabilität für Creator, die Cam mit Fan-Sites kombinieren
  • Ausgewogenes Verhältnis zwischen internem Traffic und fairen Payouts

„Get on a cam site“ – Der Rat aus der Praxis

MelRose Michaels, Mitgründerin von SWR Data und erfahrene Sex-Work-Unternehmerin, bringt es auf den Punkt:
„Ich sage besonders neuen Creatorinnen immer: Geht auf eine Cam-Site. Es gibt keinen besseren Weg, eine echte Audience aufzubauen, den Markt zu verstehen und direktes Feedback von Fans zu bekommen. Das ist Live-Marktanalyse mit etabliertem Traffic.“

Fazit: Camming ist kein Relikt – es ist Zukunftssicherung

In einer Zeit, in der Regulierungen, Zensur und Banking-Diskriminierung das Creator-Business immer schwieriger machen, erweist sich Camming als robustes Fundament. Es muss nicht alles oder nichts sein. Viele erfolgreiche Creatorinnen nutzen es smart als stabilisierenden Pfeiler in einem diversifizierten Business.

Für Camgirls: Wer bisher nur auf Fan-Plattformen gesetzt hat, sollte ernsthaft überlegen, Live-Streaming zumindest teilzeit zu integrieren. Für Plattform-Betreiber: Die Daten zeigen enormes Potenzial – besonders wenn man die Bedürfnisse der wachsenden hybriden Creator-Generation ernst nimmt.

Die Branche verändert sich. Wer auf interne Traffic-Stärke, Resilienz und echte Fan-Interaktion setzt, hat klare Vorteile. Camming ist zurück – und diesmal mit besseren Daten als je zuvor.

Die Studie wurde teilweise von Stripchat gesponsert, die Analyse und Schlussfolgerungen sind unabhängig. Ein Teil der Erlöse geht an Pineapple Support.

Direkt zur Studie:

https://swrdata.substack.com/p/the-case-for-camming

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