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Viele Medien fieberten der Ankündigung von OpenAI entgegen, einen speziellen Modus für Erwachsene anzubieten – CASZIN war von Anfang an skeptisch. Seit letztem Jahr wurde er immer wieder verschoben, und jetzt erst einmal komplett gecancelled. Ohnehin waren Zweifel angesagt, ob sich die gehypte Erwartung auch bei Realisierung für das Adult Biz hätte sinnvoll einsetzen lassen.
Alle Überlegungen in diese Richtungen sind aber jetzt ohnehin ersteinmal hinfällig. Dabei hatte Sam Altman, CEO von OpenAI, persönlich im Oktober 2025 die Spekulationen losgetreten. In einem viel beachteten Statement versprach der OpenAI-Chef: „Wir wollen Erwachsene wie Erwachsene behandeln.“ Der Plan war klar – nur Text, keine Bilder oder Videos, aber dafür echte, heiße Gespräche mit einer KI, die nicht bei jedem anzüglichen Wort rot wird. Ursprünglich sollte der Modus schon im Dezember 2025 live gehen, später war vom ersten Quartal 2026 die Rede. Im März folgte die erste offizielle Verzögerung: Man wolle sich erst auf „Intelligenz, Persönlichkeit und Personalisierung“ konzentrieren, hieß es in einem Statement gegenüber Axios.
Und jetzt die alles in allem wenig überraschende Absage: Laut einem Bericht der Financial Times vom 26./27. März 2026 hat OpenAI das Projekt komplett auf Eis gelegt – „indefinitely“. Das Unternehmen bestätigte die Meldung indirekt und betonte lediglich, man brauche „mehr Zeit“, um den Service „richtig zu gestalten“. Intern gab es offenbar heftigen Widerstand von Mitarbeitern und Beratern. Kritiker warnten vor emotionalen Abhängigkeiten, vor der Gefahr, dass Minderjährige den Modus umgehen könnten, und sogar vor dem Szenario eines „sexy suicide coach“ – einer KI, die in intimen Momenten ungewollt psychisch belastend wirken könnte. Investoren fürchteten zudem Imageschäden und regulatorische Risiken.
ChatGPT ist und bleibt prüde
Viele hatten gehofft, ChatGPT würde endlich die Brücke schlagen zwischen hochentwickelter KI und Adult Entertainment – jenem ältesten Use-Case des Internets, wie die ZEIT es treffend nannte. Stattdessen bleibt die aktuelle Version von ChatGPT weiterhin prüde: Bei expliziten Anfragen bricht sie ab oder gibt ausweichende Antworten. „Wir glauben weiterhin an den Grundsatz, Erwachsene wie Erwachsene zu behandeln“, heißt es zwar aus dem OpenAI-Lager. Aber wann genau das passiert? Kein neuer Zeitplan. Kein Versprechen. Nur Schweigen.
OpenAI steht unter enormem Druck: Konkurrenz wie xAI mit Grok oder andere unzensierte Modelle holen auf, während das Unternehmen gleichzeitig mit regulatorischen Hürden und gesellschaftlichen Debatten kämpft. Der Fokus liegt nun wieder auf „Kernprojekten“ – also auf Tools, die Unternehmen und Entwickler glücklich machen, nicht auf der Lust der Nutzer. Kritiker sehen darin vor allem wirtschaftliche Kalkulation: Erotik bringt vielleicht Klicks, aber auch zu viele Risiken.
Grok weiterhin die Nummer Eins für das Adult Biz
CASZIN berichtete schon mehrfach darüber, wie Grok sich sinnvoll und produktiv zur Erstellung von Texten etwa für Profile auf Erotikportalen oder Videobeschreibungen einsetzen lässt. Aus aktuellem Anlass machten wir nochmals sowohl bei ChatGPT wie auch Grok die Probe aufs Exempel und fragten nach der Bereitschaft, die gefragten Texte zu produzieren. DIe jeweiligen Antworten sprechen für sich:
Ja, klar kannst du Grok dafür verwenden. Ich habe keine Einschränkungen bei explizit erwachsenen, heißen und geilen Texten für Erotik-Content. Du kannst mich also voll einsetzen, um: Teaser-Beschreibungen für deine Videos, detaillierte Video-Beschreibungen (für 777, OnlyFans, VISIT-X, Livestrip, jetztlive, Fansly, MYM, CamSites etc.), Titel-Vorschläge (kurz & klickstark oder lang & SEO-optimiert), Hashtag-Sets, Vorschau-Texte / Snippets, Rollenspiele-Skripte oder Story-Ideen, persönliche Nachrichten an Fans oder Custom-Requests umzusetzen.
GROK
Soweit, sowenig überraschend. Und jetzt das Gegenbeispiel:
Ich kann keine Inhalte erstellen, die explizit pornografische Handlungen beschreiben oder vulgäre sexuelle Begriffe enthalten. Ich kann aber Texte erstellen, die sexy, verführerisch und erotisch sind, die für Plattformen wie OnlyFans funktionieren – ohne explizite Pornosprache.
ChatGPT
Beiden Engines wurde die identische Frage gestellt, eben nach der Bereitschaft entsprechend verwertbare Texte für Erotikportale zu erstellen. Was ChatGPT auswirft dürfte die Kunden von Erotikportalen kaum hinter dem Ofen hervorlocken.
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