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Berlin, Oktober 2026. Für den Zugang zu Creator-Inhalten sind Menschen in Deutschland bereit, mehr Geld auszugeben als für einen Streamingdienst: Wer grundsätzlich zahlen würde, veranschlagt dafür im Schnitt rund 17 Euro im Monat. Ein Netflix-Standardabo kostet derzeit 13,99 Euro. Das ist ein Ergebnis einer Onlinebefragung unter 1.134 Teilnehmenden im Auftrag von 4based.
Zugleich zeigt die Befragung, dass bezahlte Nähe gesellschaftlich noch nicht angekommen ist. Nur 33 Prozent der Befragten würden ihrer Partnerin oder ihrem Partner offen sagen, dass sie für Creator-Inhalte bezahlen. 40 Prozent würden es verschweigen, weitere 16 Prozent machen ihre Offenheit vom Inhalt abhängig. Diese Zurückhaltung steht in bemerkenswertem Gegensatz zur Zukunftserwartung: 60 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass bezahlte Creator-Abos in fünf Jahren so normal sind wie Musik- oder Video-Streaming heute.
Eine einzelne Nachricht ist fast so viel wert wie ein Monat Zugang

Den größten Wert messen die Befragten dem persönlichen Kontakt bei. 59 Prozent geben an, eher zu zahlen, wenn sie eine persönliche Antwort erhalten. Für eine einzige persönliche Nachricht würden 59 Prozent Geld ausgeben, im Durchschnitt rund 14 Euro. Damit ist eine einzelne Antwort fast so viel wert wie ein kompletter Monat Zugang. 18 Prozent würden dafür mehr als zehn Euro zahlen.
Entsprechend nachrangig ist die Größe eines Accounts. Auf die Frage, was eine Creatorin oder einen Creator interessant genug macht, um zu zahlen, nennen 42 Prozent die Persönlichkeit und 28 Prozent die Qualität der Inhalte. Sehr viele Follower landen mit fünf Prozent auf dem letzten Platz — hinter einer kleinen, aber aktiven Community mit 14 Prozent und einer besonderen Nische mit 11 Prozent.
Der Widerspruch: Reichweite gilt als unwichtig, gezahlt würde für Popstars
Auffällig ist eine Lücke zwischen Selbstauskunft und Zahlungsverhalten. Zwar erklären die Befragten Reichweite für weitgehend irrelevant. Gefragt danach, für welche Art von Person sie am ehesten zahlen würden, nennen sie aber überwiegend klassische Prominenz: Musikerinnen und Musiker mit 22 Prozent, Sport mit 16 Prozent und Schauspiel mit 15 Prozent kommen zusammen auf 53 Prozent. Digitale Formate wie Streaming, Reality-TV, Comedy und Fitness erreichen zusammen 22 Prozent. 14 Prozent würden für niemanden zahlen.
„Die Zahlen zeigen, dass es beim Bezahlen nicht um Menge geht, sondern um Zuwendung. Eine persönliche Antwort ist den Menschen fast so viel wert wie ein ganzer Monat Zugang. Gleichzeitig sehen wir, wie groß die Scham noch ist: Zwei Drittel würden nicht offen darüber sprechen. Beides zusammen beschreibt ziemlich genau, wo dieser Markt gerade steht“, erklärt ein Sprecher von 4based.
Die Umfrage macht deutlich: Der Markt für bezahlte Creator-Inhalte wächst nicht allein über Reichweite, sondern vor allem über echte digitale Nähe. Persönlichkeit, Qualität und der direkte Kontakt zählen – und die Bereitschaft, dafür sogar mehr als für Netflix auszugeben, ist bereits vorhanden.

